 |
 |
 |
 | ADI-Wert |
|
|
|
|
Der ADI-Wert (Acceptable Daily Intake) beziffert die akzeptable tägliche Aufnahmemenge eines Zusatzstoffes in Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, welche ein Mensch lebenslänglich täglich verzehren kann ohne gesundheitliche Schäden davonzutragen.
|
|
|
Um einen Stoff sinnvoll toxikologisch bewerten zu können, und ein gesundheitliches Risiko weitestgehend zu minimieren, wurde der ADI-Wert eingeführt. Zur Bestimmung des ADI-Wertes wird im Tierversuch die Menge an Zusatzstoff ermittelt, deren lebenslange Aufnahme bei dem Versuchstier keinerlei gesundheitliche Schäden hervorruft (No effective level = NEL) . Diese Menge wird auf die tägliche Dosis pro Kilogramm Körpergewicht umgerechnet und durch einen Sicherheitsfaktor von 100 geteilt.
|
|
|
Dieser Sicherheitsfaktor soll folgende Unsicherheiten abdecken:
|
|
|
 |
Übertragung der Ergebnisse beim Tier auf den Menschen (unterschiedliche Verstoffwechselung möglich, manche Tiere nehmen bezogen auf das Körpergewicht mehr Nahrung zu sich als der Mensch)
|
 |
mögliche Besonderheiten im menschlichen Stoffwechsel (z. B.bei Kindern, Alten, Kranken oder Schwangeren)
|
 |
verschiedene Ernährungsgewohnheiten in der Bevölkerung
|
|
|
|
Es ist hierbei jedoch zu bedenken, dass die erschöpfende toxikologische Bewertung eines Zusatzstoffes an sich schon äusserst schwierig ist. Die Abschätzung möglicher Wechselwirkungen von Zusatzstoffen untereinander oder mit bestimmten Schadstoffen (z. B. Schwermetalle, Pestizidrückstände) erscheint so gut wie unmöglich.
|
|
|
Stoffen, die keine oder nur geringe Toxizität haben, wird ein unbegrenzter ADI-Wert (ADI not limited) zugewiesen. Hierbei handelt es sich vor allem um solche Zusatzstoffe, die natürliche Stoffwechselprodukte des menschlichen Organismus sind.
|
|
|
Haben Fütterungsversuche bisher keine eindeutigen Ergebnisse gebracht, kann ein vorläufiger ADI-Wert festgesetzt (temporary ADI) werden.
|
|
|
Nie ganz auszuschliessen ist ausserdem die Gefahr der Pseudoallergie bzw. Intoleranz einzelner Personen auf bestimmte Zusatzstoffe. Ob Lebensmittelzusatzstoffe einen Einfluss auf das hyperkinetische Syndrom und die Neurodermitis bei Kindern ausüben ist noch nicht geklärt.
|
|
|
Über den ADI-Wert wird dann schliesslich die Höchstmenge bestimmter Zusatzstoffe für die jeweiligen Lebensmittel festgesetzt. Man richtet sich hierbei nach der von der Bevölkerung durchschnittlich aufgenommenen Menge dieses Lebensmittels, und setzt die Höchstmenge so fest, dass bei dieser durchschnittlichen Aufnahme der ADI-Wert nicht überschritten wird.
|
|
|
Verantwortlich für die Festsetzung eines ADI-Wertes sind internationale Expertengremien:
|
|
|
 |
FAO (Food and Agriculture Organisation of the United Nations)/WHO (World Health Organisation):
|
 |
werden beraten durch das Codex Alimentarius Komitee EU (Europäischen Union) wird beraten von dem SCF (Scientific Committee for Food) und dem JEFCA (Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives)
|
|
|
|
Nicht in allen Fällen stimmen diese Expertenausschüsse überein. Die ADI-Werte sind lediglich Empfehlungen, keine rechtsverbindlichen Vorschriften.
|
|
Lexikon A Aminosäuren
|